Freitag, 28. Juli 2017, Uhr
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Unterscheidung von Münzen und Medaillen

Viele Sammler von Münzen kennen den Unterschied zwischen Münzen und Medaillen nicht und fallen regelmäßig auf vermeintliche Schnäppchenangebote privater Münzhandelshäuser mit "streng limitierten Gedenkprägungen" (Medaillen) herein, die sich im Nachhinein meist als wertlos erweisen. Daher soll im Folgenden näher auf die Unterscheidungsmerkmale von Münzen und Medaillen eingegangen werden.

Münzen

MünzeMünze (Rückseite)

Münzen sind immer offizielles Zahlungsmittel eines Landes und besitzen immer einen aufgeprägten Nennwert (z.B. 10 Euro). Mit ihnen kann man also jederzeit - auch wenn man das bei Gedenkmünzen niemals tun sollte - für den Nennwert in einem Geschäft einkaufen gehen. Dafür garantieren der Staat, in dessen Auftrag die Münzen hergestellt werden, und die entsprechenden Gesetzes- und Rechtsgrundlagen dieses Staates, die außerdem Auflage, Material, Gewicht etc. regeln. Münzen aus vergangenen Epochen oder nicht mehr existierenden Staaten verlieren oftmals ihre Gültigkeit im Zahlungsverkehr. Jedoch besitzen auch sie immer noch ihren Wert als Sammelobjekt. Bei der Euro-Einführung im Jahre 2002 haben beispielsweise die alten DM-Münzen ihre Gültigkeit im Zahlungsverkehr verloren. Sie können aber trotzdem zeitlich-unbegrenzt zu einem festen - vom Staat garantierten - Wechselkurs in Euromünzen umgetauscht werden - sie besitzen also trotzdem ihren eigentlichen Wert!

Rechts: Beispiel einer Münze mit Nennwert (10 Euro), Prägedatum (2003), Staatsname (Bundesrepublik Deutschland), Staatswappen (Bundesadler) und Angabe einer Prägestätte (A). Auffällig ist hier die Aufteilung in Bild- und Wertseite.

Medaillen

MedailleMedaille (Rückseite)

Medaillen sind keine offiziellen Zahlungsmittel, da sie keinen aufgeprägten Nennwert besitzen (wie z.B. 10 Euro). Man kann also nicht mit ihnen einkaufen gehen. Jede Privatperson oder jede Institution kann solche "Gedenkprägungen" selbst herstellen oder in Auftrag geben und über Auflage, Material, Motiv etc. selbst bestimmen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Medaillen in den offiziellen Prägeanstalten oder aber in privaten Anlagen hergestellt werden. Wertgarantien, bis auf den reinen Materialwert, gibt es nicht. Oftmals werden Medaillen als Kunstobjekte oder Erinnerungsstücke an besondere Ereignisse, in der heutigen Zeit leider immer häufiger als billige Massenware zum finanziellen Profit des Auftraggebers hergestellt, weshalb man beim Kauf von Medaillen grundsätzlich vorsichtig sein sollte. Gerade in den letzten Jahren hat sich dennoch eine Sammlergemeinde gebildet, die für seltene und gesuchte Medaillen auch höhere Sammlerpreise zahlt.

Rechts: Beispiel einer Medaille, 1923 in der Provinz Westfalen geprägt. Hier fehlen Angaben zu Nennwert, Staat, Prägeort. Auffällig ist auch, dass beide Seiten der Medaille ein Motiv zeigen.

Überblick

Eine kurze Gegenüberstellung der wichtigsten Unterschiede zwischen Münzen und Medaillen, anhand derer Sie auf einen Blick eine Gedenkprägung zuordnen können.

Münzen Medaillen
Sind offizielles Zahlungsmittel Sind kein offizielles Zahlungsmittel
Besitzen einen aufgeprägten Nennwert Besitzen keinen aufgeprägten Nennwert
Werden in staatlichem Auftrag und offiziellen Prägestätten hergestellt Werden im Auftrag von privaten Institutionen hergestellt
Wert richtet sich nach Nennwert (inkl. Materialwert) und Sammlerwert Wert richtet sich lediglich nach dem Sammlerwert
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Notizen

Bildnachweis:

www.reppa.de
www.deutsche-
sammlermuenzen.de

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