Sonntag, 19. November 2017, Uhr
// Sie sind hier: Home > Wissenswertes > Fehlprägungen von Münzen

Fehlprägungen von Münzen

Fehlprägungen sind seit je her begehrte Sammlerstücke - nicht zuletzt aufgrund ihrer Seltenheit - was enorme Wertsteigerungen zur Folge haben kann. Im Folgenden sind die bekanntesten Fehlprägungen kurz erläutert.

Fehlprägungen:

Stempeldrehung: Werden die Prägestempel für Vorder- und Rückseite einer Münze bei der Prägung verdreht in den Prägeautomaten montiert, so erscheint die Beprägung der späteren Münze auf der Vorder- bzw. Rückseite ebenfalls verdreht.

Französische Prägung: Eine Stempeldrehung um 180° wird als „französische Prägung“ bezeichnet, ist allerdings im Gegensatz zu kleineren Abweichungen sehr selten.

Schrötlingsfehler: Bei der Herstellung der Münzbleche (Zaine) kann es bereits zu Unregelmäßigkeiten, wie z.B. unterschiedliche Dicke, kommen. Beim Ausstanzen der Rohlinge können später Zainenden auftreten. Schließlich ist auch die Vertauschung von Rohlingen verschiedener Münzen oder das Fehlen der Randschrift möglich.

Zainende: Zainenden sind Schrötlingsfehler mit fehlendem Rand. Darunter gibt es gerade Zainenden, die bei Rohlingen entstehen, die zu dicht am Rand des Zainbleches ausgestanzt wurden, und runde Zainenden, bei denen der Rohling zu dicht am zuvor Herausgelösten Partner ausgestanzt wurde.

Dezentrierung: Bei Dezentrierungen trifft der Prägestempel den Rohling nicht genau mittig, sodass Teile des Motivs nur unvollständig auf der Münze abgebildet werden. Solche Fehlprägungen werden meist schon in der Prägeanstalt aussortiert.

Doppelschlag: Verbleibt eine Münze nach ihrer Prägung im Automaten und wird ein zweites Mal vom Prägestempel getroffen, so spricht man von Doppelschlag. Konturen können dabei verstärkt werden oder bei leichter Versetzung doppelt erscheinen.

Doppelsenkung: Wird bei der Herstellung eines Prägestempels das Formeisen zwei- oder mehrmals in leichter Versetzung auf das heiße Stempelmetall gesenkt, kommt es zur Doppelsenkung. Wie beim Doppelschlag kommt es zu ungenauen Konturen, aber nur auf einer Seite.

Lichtenrader Prägung: Treffen zwei Prägestempel ohne Rohling aufeinander, dann prägen sie sich gegenseitig. Nachfolgende Münzen erhalten ein Spiegelverkehrtes Abbild der Gegenseite oder zerstörtes Motiv.

Incusprägung: Gelangen zwei Münzrohlinge während des Prägevorgangs teilweise oder vollständig übereinander und prägen sich selbst, so spricht man von einer Incusprägung.

Stempelriss: Weist ein Prägestempel Risse auf, dann werden an diesen Stellen auf den Münzen feine erhabene Striche erzeugt (im Gegensatz zu Kratzern).

Prägeschwächen: Teile des Motivs einer Münze sind nur schwach oder gar nicht zu erkennen. Dies ist auf Verschmutzung oder Abnutzung der Prägestempel zurückzuführen.

Suchen
Notizen
Buchtipp