Donnerstag, 23. März 2017, Uhr
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Erhaltungsgrade von Münzen

Sehr wichtig für den Sammlerwert einer Münze ist ihr Erhaltungsgrad, der mit den nachfolgenden Bezeichnungen angegeben wird. Dabei ist zu beachten, dass die Bestimmung des Erhaltungsgrades der subjektiven Anschauung des Betrachters unterliegt und somit schwierig zu bewerten ist. Im internationalen Münzhandel arbeitet man daher mit acht festgelegten Abstufungen.

Verbreitete Bezeichnungen:

Polierte Platte (PP), auch Spiegelglanz: Polierte Platte bezeichnet die höchste Qualitätsstufe einer Münze. Bei der aufwendigen und im Vergleich teuren Herstellung werden polierte Rohlinge und Prägewerkzeuge, die regelmäßig erneuert werden, verwendet, sodass sich die Münzen durch einen besonderen Glanz auszeichnen. Mattierte Flächen werden anschließend mit Sandstrahl nachbearbeitet. Durch eine Einzelbehandlung der Münzen während der Prägung werden unliebsame Kratzer und Herstellungsschäden vermieden.

Proof-Like (PL): Die Herstellung ähnelt der von Spiegelglanz-Ausgaben, allerdings werden Rohling und Prägestempel nicht gesondert poliert. Daher gibt es keine spiegelnden Flächen, sondern nur eine gleichmäßig glänzende Oberfläche. Solche Münzen dürfen keine Beschädigungen aufweisen, weshalb sie meist in Münzkapseln aufbewahrt werden.

Stempelglanz (st), auch Unzirkuliert: Sammler-Ausgaben von Gedenkmünzen werden in höherer Stückzahl meist in Stempelglanz hergestellt. Sie sollten keine Gebrauchsspuren wie Umlaufmünzen (daher auch als unzirkuliert bezeichnet) oder sonstige Beschädigungen aufweisen und zeichnen sich ähnlich der PP-Prägungen durch einen metallischen Glanz aus.

Vorzüglich (vz): Münzen, die nur kurze Zeit im Umlauf waren und nur geringe Gebrauchsspuren und Kratzer aufweisen, wobei das Relief und die Details der Münze noch sehr gut erkennbar sind, werden als vorzüglich bezeichnet.

Sehr schön (ss): „Sehr schöne“ Münzen waren längere Zeit im Umlauf und weisen daher sichtbare Abnutzungsspuren, Kratzer oder kleinere Randbeschädigungen auf. Diesen Erhaltungsgrad zu sammeln lohnt sich nur bei älteren und antiken Münzen.

Schön (s): „Schöne“ Münzen waren lange im Umlauf und lassen deshalb sehr deutliche Abnutzungsspuren erkennen, sodass z.B. Details des Reliefs kaum noch erkennbar sind. Die Münze ist jedoch trotzdem noch eindeutig zu bestimmen. „Schön“ ist die unterste sammelwürdige Grenze für Münzen des 20. Jahrhunderts.

Sehr gut (sg), auch sehr gering: Münzen im Erhaltungsgrad „sehr gut“ sind nur noch schwer zu identifizieren und weisen sehr starke Beschädigungen, tiefe Kratzer und erhebliche Randschäden auf.

Gut (g), auch gering: „Gute“ Münzen bilden den schlechtesten Erhaltungsgrad und sind auch bei älteren Stücken nicht mehr sammelwürdig. Ihr Relief ist vollständig abgenutzt, die Münze kann verbogen und bis zur Unkenntlichkeit zerstört sein. Wertsteigerungen sind bei solchen Münzen nicht mehr zu erwarten. „Gut“ erhaltene Ausgaben können höchstens als Belegexemplare verwendet werden.

Besondere Bezeichnungen:

Bankfrisch (bfr), auch Prägefrisch: Bankfrisch (Prägefrisch) sind Münzen ohne jegliche Umlaufspuren. Es ist zu beachten, dass die heutigen Automatenprägungen, bedingt durch Ausstoß der Münzen nach der Prägung und durch Transport in lose geschüttelten Säcken und Beuteln oftmals Kratzer und Schleifstellen aufweisen und somit schon bei der Auslieferung nicht alle Stücke die Qualität Prägefrisch erreichen.

Erstabschlag: Als „Erstabschlag“ werden die ersten Münzen, die mit einem neuen Prägestempel hergestellt werden, bezeichnet. Je nach Qualität der Verarbeitung können dies die ersten 50 bis 200 Stücke sein. Solche Münzen haben keinerlei Beschädigungen oder Kratzer, jedoch ein besonders ausgeprägtes Relief, und ähneln sehr den Spiegelglanz-Ausgaben. Allerdings wurde ihr Rohling nicht gesondert poliert und glänzt daher nur (im Gegensatz zu den spiegelnden Flächen der PP-Ausgaben). Erstabschläge sollte man trotzdem in Münzkapseln aufbewahren.

Handgehoben (hdg): Handgehobene Münzen werden nach der Automatenprägung nicht in Beuteln zusammen aufgefangen, wie Bankfrische Ausgaben, sondern einzeln mit der Hand entnommen. Dadurch werden Produktionsbedingte Schäden vermieden, weshalb sich hier eine Aufbewahrung in Münzkapseln anbietet.

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