Donnerstag, 23. März 2017, Uhr
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Unterscheidung von Avers und Revers

Die Begriffe "avers" (Abk.: av, as) und "revers" (Abk.: rv, rs) bezeichnen in der numismatischen Fachliteratur die Vorder- u. Rückseite einer Münze. Sie stammen aus dem Französischen und bedeuten „nach vorn“ bzw. „nach hinten gewandt“. Welche Seite einer Münze nun als "avers" und welche als "revers" bezeichnet werden kann, ist heute allerdings nicht eindeutig zu klären.

Aspekte der Münzprägung

In Fachkreisen wird die Unterscheidung zwischen Vorder- und Rückseite einer Münze anhand der Prägung vorgenommen. Bei der klassischen Münzprägung wird eine Ronde zwischen zwei Stempeln positioniert, bevor sie durch kräftige Hammerschläge auf den Oberstempel ihre Prägung erhält. Die dem Unterstempel zugewandte Seite gilt dabei als "avers" (Vorderseite).

Aspekte der Münzhoheit

Weit verbreitet ist indes die Meinung, dass Symbole der Münzhoheit ausschlaggebend für die Bestimmung von Vorder- und Rückseite einer Münze seien. So gelten häufig in Monarchien Porträts der Herrscher oder deren Monogramme, in Republiken Staatswappen, -embleme oder andere Hoheitssymbole als "avers". In amtlichen Schreiben der EU wird z.B. die einheitliche Wertseite der Euromünzen mit dem Währungssymbol als Vorderseite bezeichnet.

Aspekte der Alltagstauglichkeit

In Sammlerkreisen erscheinen diese Definitionen allerdings eher als untauglich. Hier stehen meist die Motive der Münzen im Vordergrund (dies zeigen auch beliebte Sammelgebiete wie Schiffe, Tiere oder berühmte Persönlichkeiten, die meist länderübergreifend sind). Um der Problematik der Unterscheidung von "avers" und "revers" zu entgehen, haben sich daher zunehmend die Begriffe Bild- und Wertseite eingebürgert, die bei Münzen meist eindeutig zuzuweisen sind.

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Notizen

Siehe auch:

Weitere numismatische Fachbegriffe finden Sie im Lexikon.

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